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Mittwoch, 31. Dezember 2014

Jahresrückblick 2014

Nachdem ich den Fragebogen vom letzten Jahr im Sommer in den Entwürfen gefunden habe, veröffentliche ich ihn heute auch. Nehme ich an.

Zugenommen oder abgenommen? 
Abgenommen! 13 kg, der Elternzeit-Bequemlichkeitsspeck ist weg.

Haare länger oder kürzer? 
Kürzer und wieder wachsend, nachdem die hiesige Dorffriseurin zu enthusiastisch Hand angelegt hat. 2015 geh ich wieder zu einem vernünftigen Friseur.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Da sollte ich tatsächlich mal schauen lassen, aber danach hätte ich vermutlich eine Brille. Ich weiß ja nicht.

Mehr Geld oder weniger?

Mehr! Nicht viel, aber endlich wieder selbst verdient.

Mehr ausgegeben oder weniger? 
Mehr. Geht ja jetzt.

Der hirnrissigste Plan?
In ein Flugzeug zu steigen.

Die gefährlichste Unternehmung?
In ein Flugzeug zu steigen. Von wegen, das ist wie Zugfahren.

Die teuerste Anschaffung?

Ich vermute, das war die neue Kaffeemaschine. Alternativlos, wenn die alte stirbt.

Das leckerste Essen? 

Der einzige Restaurantbesuch ohne Kinder, den wir dieses Jahr hinbekommen haben. Der war aber richtig schick.

Das beeindruckenste Buch? 
John Niven- Gott bewahre. Dieses Buch hat tatsächlich mehr für mein Weltbild getan als 13 Jahre Religionsunterricht.

Der ergreifendste Film? 

Say anything. Fürchte ich. 

Die beste CD?
Marcus Wiebusch- Konfetti

Das schönste Konzert?
Marcus Wiebusch in Karlsruhe. Nicht wegen dem Gespräch nach dem Konzert (okay, das war auch ziemlich nett), sondern weil er "Was hätten wir denn tun sollen" gespielt hat, ein Lied, bei dem ich davon ausgehen musste, es nie live zu hören.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Meinen Kindern. Und so schön das auch war, ich freue mich, daß sich das nächstes Jahr Richtung "Arbeitskollegen" verschiebt.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Freunden. Nachdem ich mich die letzten Jahre in meinem Hausfrauenkosmos verloren habe (man rutscht da so rein), bin ich jetzt wieder präsenter. Und ich verkünde mit Stolz, dass sie geduldig gewartet haben. Großartige Leute kenne ich.

Vorherrschendes Gefühl 2014? 

Was denn noch?

2014 zum ersten Mal getan?
  

Geflogen. 

2014 nach langer Zeit wieder getan?

Klamotten gekauft und mich drin wohlgefühlt.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? 
 

Der fünfwöchige Krankenhausaufenthalt mit dem Löwenherz.
Die Trennung von zwei wirklich guten Freunden.
Das in Amsterdam zerstörte Handy.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
  

Dass ich wieder arbeiten gehen will.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? 

Dem Geschrei nach zu urteilen das Casper-Konzert mit meiner Tochter. 

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? 
Definitiv mein Weihnachtsgeschenk! Nicht wegen der Kohle, sondern dem Symbolwert. Ich wurde  zu einer Hochzeit in der Karibik eingeladen. Ohne Mann, ohne Kinder. Und nach diversen Diskussionen bekam ich einen Gutschein über den Flug geschenkt. Sticht den gewünschten Staubsauger sowas von aus!

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Das Medikament schlägt an.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? 

Ohne Sie hätte ich's nicht geschafft.

2014 war mit 1 Wort…?

Viel.

Donnerstag, 6. November 2014

Frau Kollegin

Das Thema ist noch nicht durch, sie müssen da wohl noch mehrfach drüber lesen.
Ich finde arbeiten wirklich, wirklich ausgesprochen toll. Da gibt es Kollegen, zum Beispiel den, den ich vor der Elternzeit schon furchtbar gerne mochte, der beim Betreten des Büros "Hallo, Frau Kollegin" ruft und ich ganz gerührt bin, denn er meint ja mich. Und es gibt Besprechungen, an denen ich teilnehme und Dinge notiere und vereinbare. Und Mittagspausen, in denen man zusammensitzt und ißt und spricht. Und ich genieße es in vollen Zügen.

Ja, es ist anstrengend, aber wer direkt vom Büro zur Elternbeiratssitzung fährt und danach zuhause zwei Kuchen bäckt (Einstandsfeier, morgen), hat eben auch entweder ein Motivations- oder ein Organisationsproblem. Oder ist das Pensum noch nicht gewöhnt, das vermute ich ja.

Morgen also Einstandsfeier und auf das, was danach kommt, freue ich mich viel mehr als vorher: Das Wochenende.

Mittwoch, 5. November 2014

Was machst du eigentlich...? im November

Seit gestern bin ich offiziell keine Hausfrau mehr (insert Gejuchze here) und endlich hab ich was lohnenswertes über meinen Tagesablauf zu berichten, also mache ich endlich auch mal mit, wenn Frau Brüllen hier Antworten auf die Frage "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" sammelt.

Die Nacht ist sehr kurz, dafür aber sehr anstrengend. Ein kuschelbedürftiges, zappelndes Löwenherz schlägt mich gegen drei Uhr in die Flucht in's wummelsche Kinderbett, um wenigstens noch eine Handvoll Schlaf zu bekommen (Note to myself: Das Kind braucht eine größere Decke, zwischen Wadenkrämpfen und kalten Füßen abzuwechseln beeinträchtigt meine Laune erheblich).

Entsprechend schwer komme ich nach insgesamt drei Stunden Schlaf in die Gänge, habe dafür aber Schonprogramm: Das Löwenherz kann wie am Vortag schon beim Papa bleiben (ein Hoch auf das Homeoffice!), Miss E. bleibt nach kurzer Sichtung spontan auch daheim, also muss ich nur den Wummel zeitgerecht in die Klamotten diskutieren, den Hügel zur KiTa hoch- und zum Bahnhof wieder runterhirschen und sitze pünktlich in der Bahn.

Da fängt im Moment die Sache mit dem Genießen an: Ganz alleine, ohne Knabberdosen/ Getränke/ Bücher/ Rumgezappel/ ICHMUSSPIPI eine knappe Stunde einfach dasitzen, Musik hören (mehrere Lieder am Stück!), nebenher einen Termin finden, an dem diese Woche fünf Menschen an einem Tisch sitzen (morgen, 15 :15 Uhr) und eigentlich direkt vor dem Büro aussteigen, uneigentlich heute aber eine halbe Stunde quer durch die Stadt gelotst werden wegen "Fahrleitungsproblemen". Tja nun.

Bei der Arbeit bin ich an Tag zwei noch kein vollwertiges, hilfreiches Mitglied, denn auch wenn ich in meine Präelternzeitfirma und die Präelternzeitabteilung zurückgekehrt bin, ist in den Jahren einiges passiert und ich steh tatsächlich weite Teile des Tages mit doofen Fragen bei den Kollegen. Als einzige Frau in der Abteilung ist das natürlich kein guter Einstand, man möchte sich ja von Anfang an behaupten, aber dicke Arme machen, wenn noch nichts dahintersteckt, ist eben keine Option.

Nach Feierabend habe ich zehn Minuten Luft, bis die Bahn kommt und mich zwischenfallsfrei nach Hause chauffiert. Dort lasse ich die Jacke an, wechsle aber immerhin die Schuhe und fahre mit dem Hasen zur KiTa, wo wir den Wummel einsammeln und zur Frühförderung bringen (das Löwenherz bleibt kzh und macht sich einen Lenz mit den großen Schwestern). In einem Zeitfenster von 45 Minuten kaufe ich Shampoo, Geschenkpapier und diverse andere Dinge, unter anderem eine sauteure lange Unterhose aus Wolle und Seide, aber sie ist so kuschelig!
Der Wummel wird abgeholt, wir fahren heim, ich räume die Spülmaschine ein, drehe eine Wäscherunde und mache Abendessen.
Das Abendprocedere läuft ohne größere Katastrophen; aus Mangel an Homeoffice an Donnerstagen organisiere ich einen Babysitter für das morgen noch nicht kitataugliche Löwenherz, der gegen sieben hier aufschlagen wird. Für diesen Eintrag hab ich mich gesetzt und Grey's Anatomy eingeschaltet.

Gleich stelle ich noch die Medikamente für morgen, schreibe einen Plan für den Sitter und falle dann augenblicklich um.

Montag, 3. November 2014

Frau Rakete wirft, Maerim fängt

Frau Schreiberlings Erna Rakete aka @denkfett hat beim Blogger-Staffellauf das Stöckchen geworfen und ich hab es geholt. Vielen Dank, daß du in meine Richtung geworfen hast! Stöckchendinge gehen so:

"Beantworte 11 Fragen, nominiere 11 weitere Blogger (Bescheid sagen nicht vergessen), stelle ihnen 11 selbst ausgedachte Fragen und reiche somit das Staffelstöckchen weiter. Wenn nicht, wirst Du Pickel am Po, 11 Jahre schlechten Sex und jeden Morgen "Brother Louie" als Ohrwurm haben. Ach, fast hätte ich die wichtigste Regel vergessen: verlinke die Person, die Dich nominiert hat."


1. Barfuß oder Lackschuh?
Geht es hier um Fußbekleidung oder meinen Kontostand? Man weiß es nicht. 
Ich habe für gewöhnlich einen rustikaleren Kleidungsstil als die meisten meiner Freundinnen. Die Jeans rutschen, mein Lieblingsshirt ist ein Stormtrooper-Herren-Shirt und in Pumps tun mir nach zwei Stunden massiv die Füße weh. Wenn ich also die Wahl habe, ziehe ich sowas nicht an. Das gilt natürlich nicht für Anlässe; zu Hochzeiten etc. sieht man mich auch in einem Kleid und hübschen Schuhen, aber ich packe mir Sneaker ein und sobald der offizielle Teil beendet ist, wird getauscht.
Ich mag gut angezogene Frauen und sehe das gern, aber mein Budget für Klamotten und somit auch Schuhe ist begrenzt (jetzt geht es ja doch um den Kontostand) und wird zudem noch durch vier wildwuchernde Kinder dauerbeansprucht, da überlegt man zweimal, ob man nun wirklich Schuhe kauft, die man nicht täglich trägt und die man sich auf dem Spielplatz sowieso nur einsauen würde. Abgesehen davon bemühe ich mich, Menschen nach ihrer Persönlichkeit und nicht ihrer Kleidung zu beurteilen und mich nicht von Statussymbolen blenden zu lassen, das mute ich meinem Umfeld eben auch zu.

2. Was war das Peinlichste, was Du je getan hast?
Das war eine Begebenheit, in der ein sehr betrunkener Teenager, ein BH und Campino eine Rolle spielen. Weiter werde ich nicht in's Detail gehen.
3. Was ist Dein absoluter Traum (egal, ob umsetzbar oder nicht)?
Singen können. Nicht zwingend die Celine Dion- Fünf Oktaven- Stimme, es wäre schon toll, wenn das, was meine Stimmbänder fabrizieren, nicht für schmerzverzerrte Gesichter sorgen würde. Ich singe nämlich sehr gern, ich werde nur immer gebeten, sofort aufzuhören. Das ist schade.

4. Wenn Du sehr sehr viel Geld finden würdest (so ca. 500.000 €) und wüsstest, dass Dich keiner dabei beobachtet hat, würdest Du es behalten, und wenn ja, was würdest Du damit machen?
Für so eine Riesensumme hätte ich definitiv Verwendung. Zuerst mal würde ich ein Sofa kaufen. Eins, das groß genug und trotzdem schön ist. Danach würde ich mit meiner Familie in Urlaub fahren, im Anschluss mit den Mädchen einen ausgedehnten Einkaufsbummel machen. Und ich würde den Führerschein machen, das wäre ganz schön praktisch. 
Und die ganze Zeit über müsste ich an den armen Tropf denken, der das Geld verloren hat und wie es ihm oder ihr wohl geht. Ist ein Hauskauf geplatzt und er sitzt jetzt auf der Straße? Ein Drogendeal und er wird deshalb gerade umgenietet? Oder war es Lösegeld und die Entführer rücken das Kind nicht raus? Ich würde anfangen, Zeitung zu lesen und nach der Katastrophe suchen, die ich verursacht habe, damit ich mit meinem Hintern zwei Wochen lang den Nordseestrand plattdrücken kann. Und würde mich schlecht fühlen, schlechter als ohne das Geld. Und weil mir der Gedanke wohl schon käme, bevor ich irgendwas anstoßen könnte, würde ich das Geld lieber zurückgeben und dem armen Schwein, das so viel Kohle mit sich rumtragen muß, alles Gute wünschen.

5. Würdest Du ins Dschungelcamp gehen?
Nein. Ich möchte bitte nichts mit Spinnen zu tun haben.

6. Da steht ein Flieger für Dich. Wohin geht die Reise?
Nach reiflicher Überlegung und sorgfältigem Abwägen diverser Ziele bin ich zu dem Entschluss gekommen, daß es für mich keinen schöneren Ort als die Nordsee gibt. Also packe ich mir eine Flasche Wein ein, radle durch das Marschland, setze mich auf einen Deich und guck dem Meer beim Kommen und Gehen zu. Das hilft.

7. Wenn Du mit jemandem in die Kiste springen dürftest (freie Auswahl, für diese Frage bist Du Single!), wer wäre das (hier eine bekannte Persönlichkeit o.ä. einfügen)?
Für sowas bin ich vermutlich zu alt. Verstehen sie mich nicht falsch, ich habe durchaus noch eine Libido und es gibt den einen oder anderen Schauspieler/ Musiker, bei dem mir durchaus der Schlüppi klingelt, aber ein einmaliges Treffen? Da hab ich zwei Möglichkeiten: Entweder es ist toll und dann ist nur einmal doof, oder es ist mies und dann kann man es sowieso lassen. Und Mr. Superheiß ist mit Narcissa Malfoy verheiratet, das ist mir zu heikel.
Die entscheidende Frage ist ja, ob man so eine einmalige Chance für schnödes Rumgevögel verballern will. Ich finde nein. Es gibt eine handvoll Leute, mit denen ich sehr gerne mal ein Bier trinken und mich unterhalten würde, das fände ich wesentlich fruchtbarer (pun intended). Ganz oben auf der Liste steht da mein absoluter Lieblingsschauspieler, der phänomenale Edward Norton und teilt sich den Platz mit Marcus Wiebusch, seit Urzeiten für mich der beste Texter der Welt und ein sehr kluger, angenehmer Gesprächspartner. Da hätte ich mehr von.

8.  Wenn Du ein Mann bist: Was ist das faszinierende an Baustellen? Wenn Du eine Frau bist: Was ist das faszinierende an Schuhen?
Die Faszination an Schuhen besteht für mich darin, in Größe 42 Sneaker zu finden, die nicht wie Kindersärge aussehen.

9. Ganz ehrlich: Wenn es gesellschaftlich nicht so verpönt wäre, würdest Du Dich mit Wonne aushalten lassen?
Die Situation in Elternzeit ist ja davon nicht sehr weit entfernt. Das hatte ich jetzt lange genug und kann sagen: Es ist schauderhaft. Die Gesellschaft ist mir da wumpe, ich finde es für mich einfach unerträglich, finanziell abhängig zu sein.

10. Für 500.000 € - lieber eine (sehr große, lebende) Spinne essen oder lieber mit Deinem übelsten Erzfeind vögeln?
Ich möchte immer noch nichts mit Spinnen zu tun haben.

11. Wolle Rose kaufe?
Unbedingt.

Jetzt aber noch meine elf weltbewegenden Fragen:

1) Du kommst aus dem Urlaub zurück. Was machst du zuerst?
2) Deine liebste Kindheitserinnerung?
3) Du kannst ein Gesetz in Deutschland verabschieden. Welches?
4) Was würdest du deinem Teenie-Ich gern mitteilen?
5) Was gewinnt man, wenn man dein Freund ist?
6) Der größte Mist, den du dir im Fernsehen ansiehst?
7) Definiere Liebe:
8) Schon mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen? 
9) Star Trek oder Star Wars?
10) Ist gerade die beste Zeit deines Lebens?
11)  Welches Laster würdest du gern loswerden?


Hier hört es auch auf mit lustig. Zwangsnominierungen mag ich nicht, Freiwillige gab es nicht und somit haue ich die Fragen so raus. Ich freue mich über jeden, der sich bemüßigt fühlt, meine Fragen zu beantworten und hoffe, daß es überhaupt jemand macht.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Level up

So fühle ich mich grade, obwohl streng genommen ja noch gar nichts anders ist. Aber diese Woche war ich im Büro und habe ein Gespräch mit den beiden Geschäftsführern und der Personaldame geführt, um meinen beruflichen Wiedereinstieg anzustoßen. Ab November gibt es mich nämlich nicht mehr nur kuchenbackend und kindergeburtstagsplanend, sondern auch noch wieder berufstätig.

Spannend für mich, weil ich tatsächlich einen neuen Job bekomme (altes Feld, aber neue Stelle), spannend für den Hasen, weil dann doch ein bisschen straffer organisiert werden muss und nicht zuletzt spannend für die Kinder, von denen sich ja zwei nicht an eine arbeitende Mama erinnern (der Wummel) bzw. sie gar nicht kennen (das Löwenherz).

Seitdem und für die nächsten zwei Wochen mäandere ich zwischen Vorfreude und Arsch-auf-Grundeis, zunächst widme ich mich aber der wohl wichtigsten Entscheidung in diesem Zusammenhang: Die Kaffeetasse. Ich bin mir sicher, daß die richtige Tasse irgendwo da draußen ist, aber sie will gefunden werden.

Dienstag, 24. Juni 2014

Generationsübergreifendes Fangirling Part I

Das Schöne daran, wenn man relativ früh Mutter wird, ist ja, daß es eine gewisse Zeit eine Schnittmenge dessen gibt, was beiden gefällt. Kein "Für einen Kinderfilm war der nett", sondern tatsächliche beiderseitige Begeisterung.

Die Kronprinzessin war ja schon diverse (drei) Male schwer enttäuscht, weil ich sie zu einem Konzert nicht mitgenommen habe, obwohl sie die Band auch toll findet. Aber jetzt isses soweit, zum Hip Hop Open nehme ich sie mit. Weil ich mir da eh vorkomme wie ein Roßbollen auf der Autobahn und wir eh nur die eine Band wirklich sehen wollen und weil sie sich so freut.

Als Warm-up haben wir uns heute Abend diesen Stream angeschaut und ein bisschen rumgespackt. Das war wunderbar, die Kronprinzessin hat sogar ergriffen geweint (und sie heult so gut wie nie bei Filmen!), wir vorfreuen uns sehr. Nun simmer mal gespannt.

Freitag, 9. Mai 2014

Trommenwirbel: Die Heimfahrt

Hatte ich ja gestern schon versprochen, den Sonntag zu rekapitulieren.
Erstmal hat der Hotelfernseher nicht wie vereinbart geweckt; Duschen, Zurechtmachen und Packen geht in 14 Minuten so bedingt. Daß in der Lobby ein ganzer Schwung frühstückshungriger Begleiterinnen saß, hat den Druck auch einen Fatz erhöht, da kann man schon mal hektisch werden. Die haben aber alle nett gewartet (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!), wir gingen brunchen und bis Mittag tröpfelten die Damen einzeln zum Bahnhof.

Der Fernbus fährt ja an anderer Stelle ab, da kam ich aber komplikationslos an und konnte sogar noch eine Weile in der Sonne rumstehen. Die erste Etappe hab ich komplett gelesen, in Mainz wurde dann eine "etwas längere Pause" angekündigt, Weiterfahrt um 17:55 Uhr. Blick auf die Anzeige im Bus: 16:40 Uhr, da wurderte ich mich zwar, aber da gibt es ja auch immer diese Pausen, die die Fahrer einhalten müssen, und rund eine Stunde kann man am Mainzer Hauptbahnhof schon totschlagen: Zuhause anrufen, Kaffee kaufen, Mitbringsel aussuchen usw. Also hab ich ganz abgeklärt, weil ich kenne mich ja aus, die paar Meter zum Hauptbahnhof aufgemacht, der aber überraschenderweise gar nicht so unglaublich viel hergibt, also hab ich mich gegen zwanzig nach fünf wieder rausgesetzt und auf den Bus gewartet. Der nicht kam. Irgendwann wurde ich slightly unruhig und schaute auf den Plan. Stimmt alles, Abfahrt 17:55 Uhr wie angekündigt, also alles schicki.
Was ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon hätte merken müssen, war, daß es eigentlich schon 18:30 Uhr war, denn die Uhr im Bus ging eine Stunde nach. Sprich: Die merkwürdig lange Pause hatte eigentlich nur 15 Minuten gedauert, sprich: Ich stand mit einer marginalen Restakkulaufzeit am Mainzer Hauptbahnhof  und mein Gepäck war unterwegs nach Karlsruhe. Dieses Gefühl, wenn einem das komplette Blut vom Hirn in die Füße rauscht und man hofft, daß es nur das Blut ist, muss ich nun auch nicht permanent haben, ich war tatsächlich etwas unentspannt.

Meine erste Amtshandlung als Busbrüchige war ein Anruf beim Hasen, um ihn darüber in Kenntnis zu setzen, daß ich wohl etwas später als geplant zuhause aufschlagen würde. An der Stelle offenbart sich nun das Geheimnis der korrekten Partnerwahl. Der Hase fragte nach ("Habe ich das richtig verstanden, du hast WAS gemacht?"), lachte schallend (und ein bisschen zu lang, um noch als höflich zu gelten) und machte dann einen Schlachtplan: Er fuhr nach Karlsruhe, um in dem fünfminütigen Halt dort dem Busfahrer mein Gepäck abzuschwatzen, ich nahm den nächsten Zug nach Stuttgart. Die komplette Fahrt über saß ich hochnervös und mit der festen Überzeugung, im falschen Zug zu sitzen, auf meinem Platz, es konnte ja keiner wissen, wozu ich noch fähig sein würde. Immerhin konnte der Hase einen Erfolg vermelden, bis auf mein Buch hat er mein komplettes Gepäck bekommen. Geholfen haben ihm eine kleine Begebenheit, die sich auf der Fahrt abgespielt hatte, eine Information, die nur ein Mitfahrer haben konnte und das sichere Mitleid des Busfahrers ob der Tatsache, daß er mit einer so saudämlichen Ehefrau gestraft ist.

Wie auch immer, ich konnte in Stuttgart in drei Minuten umsteigen (man ist ohne Gepäck deutlich wendiger) und am Heimatbahnhof wurde ich mit einem Döner empfangen, ich hätte ja inzwischen sicher Hunger. Letzten Endes war dann alles gut, und die matten Witze auf meine Kosten werden bestimmt auch aufhören. Irgendwann. So 2028.


Dienstag, 6. Mai 2014

Kölle ohne Alaaf!

Dieses Wochenende war ein schrecklich aufregendes, ich bin ohne Mann und Kinder nach Köln gefahren, um mich dort mit einem ganzen Schwung Damen zu treffen.
Ganz hipstermäßig bin ich mit einem Fernbus gefahren, zum Einen, weil ich das gern mal ausprobieren wollte und zum Anderen, weil es tatsächlich unschlagbar günstig ist, wenn die Alternative ein Zug wäre. Mitfahrgelegenheit hab ich auch mal ausprobiert (vor Jahren!), hat damals auch sehr gut geklappt und war nett, aber ich hätte trotzdem Muffe, daß es total ätzend ist, weil man sich nicht versteht.
Bus klappte gut, nachdem ich bei erster Gelegenheit den Sitzplatz vor der Toilette zugunsten der Beinfreiheit getauscht habe. Hotel war zweckmäßig, aber modern ("die luftige Freiheit ihres begehbaren Kleiderschranks" fand ich zwar eine ziemlich hochtrabende Beschreibung eines Regals, aber ich bin ja auch nicht so der Globetrotter, vielleicht muss das ja so).
Freitag waren wir im noch etwas kleineren Kreis gemütlich Sushi essen, Samstag ging es nach einer Stippvisite im Schokoladenmuseum (resp. nur dem Laden) Mittagessen im Brauhaus, man muss ja auch mal einen Köbes gesehen haben. Danach ein bisschen Alibi-Kultur mit Dom- und Stadtführung. In der Schulzeit, das muss so neunte Klasse gewesen sein, wurde ich schon mal durch dem Dom gezogen, fand das damals aber eher so semiinteressant, alte Kirche eben. Mit Führung war das schon deutlich spannender; ich mag Leute, denen man anmerkt, daß sie ihren Job gerne machen, und einer Kunsthistorikerin zuzuhören, die sich durch das Gemäuer scherzt, hat wirklich Spaß gemacht, und zu so einer Städtereise gehört das imho einfach dazu, daß man sich was anguckt.
Nach dem Abendessen hab ich mich abgesetzt, um mir diesen Herrn anzuschauen, und zwar ganz allein. Also, das Stollwerck war ausverkauft, aber ich war ohne Begleitung da und war tatsächlich ein bisschen verkrampft, so ganz ohne Wingman. Das letzte (und bis dahin einzige) Konzert alleine ist satte 20 Jahre her, 1994 wollte schon mal keiner mit mir zu einem Konzert, noch nicht mal für lau.
Aber es ging, ich fand es fantastisch und bin sehr, sehr froh, es nicht verpasst zu haben.
Und wie ich Sonntag meine Heimfahrt verhunzt habe, das schreib ich vielleicht morgen. Das ist zwar peinlich und mich werden alle zu Recht für blöd halten, aber die Geschichte ist so unglaublich dämlich, das darf ich eigentlich nicht für mich behalten.

Freitag, 11. April 2014

Freutag!

Heute hätte ich einen Orthopäden gebraucht. Schon die ganze Woche, aber der Hase war ja geschäftlich aushäusig und nur heute daheim.
Das Empfangshuhn hat mich aber mit einer schlüssigen Argumentationskette abgewimmelt: Lange Wartezeit hat mich nicht geschreckt, also wies sie mich darauf hin, daß sie ab nächster Woche zwei Wochen Urlaub haben und für den Fall, daß eine Folgebehandlung nötig wäre, könnten sie die ja nicht bieten und deshalb solle ich am Nachmittag in die Notfallpraxis des Krankenhauses. Weil die die Sache mit der Folgebehandlung ja viel besser raus haben. Oder so.
Also die Öffnungszeiten online nachgeschaut, pünktlich um 14 Uhr hinchauffieren lassen und folgendes erbauliches Schildlein vorgefunden:

Relevant ist der Freitag.

Da war ich dann offiziell angepisst, es kann doch beizeiten mal jemand dieses kleine Detail auf der Website ändern, aber ich bin ja kein Arzt. Ein hochsympathischer Sani hatte Erbarmen und verwies mich an die Ambulanz. Dort erklärte man mir, daß man weder renkt noch spritzt, man sei ja Chirurgen, aber gerne mal röntgen kann. Hat man nach geraumer Zeit auch, nebenbei eine Skoliose Richtung Kindertragehüfte entdeckt, was meine häufigen, aber nicht die aktuellen Rückenschmerzen erklärt, und mir ein Rezept für Schmerztabletten ausgehändigt, von denen ich zwar immer noch Schmerzen habe, es mir aber unglaublich scheißegal ist. Garnieren werde ich das gleich mit einer der beiden "bitte erst zum Schlafengehen und eigentlich nicht mehr laufen danach und am besten erst einwerfen, wenn sie schon liegen"-Pillen, auf die ich schon reichlich gespannt bin.

Offensichtlich gibt es in dieser Stadt keinen Plan für Menschen, die freitags oder gar am Wochenende ein orthopädisches Problem haben; ich werde also beizeiten einen Arzt suchen, der bereit ist, mich zu behandeln. Was soll ich sagen, der Dame gegenüber ging es bedeutend schlechter, die konnte einen ausgerenkten Halswirbel vorweisen und bei der war eben auch schon Freitag.

Donnerstag, 10. April 2014

Trotzdem Eier!

Ich bin nicht gläubig. Also, nicht im Sinne von "kein Kirchgänger", sondern ich glaube nicht an Gott. Und ich habe lange überlegt, wie ich das möglichst formuliere, ohne jemandem allzu feste auf die Zehen zu treten: Meine Welt ist ohne Religion besser.
Das muss nicht auf jeden zutreffen, ich habe großen Respekt vor Menschen, die glauben und im Idealfall daraus Kraft schöpfen, aber das ist eben nicht meins.

Das hält uns aber nicht davon ab, die gängigen christlichen Feste zu feiern, wie ganz aktuell Ostern. Für mich ist das ganz einfach: Wir feiern den Frühling. Welches heidnische Ritual wann von der Kirche annektiert wurde und wer zuerst Eier gekocht und gefärbt hat und warum, ist mir relativ wurscht. Für mich ist wichtig, daß das Fest, so wie wir es begehen, kein religiöses ist und für meine Kinder, daß sie durch den Garten wetzen und Süßkram und Geschenke suchen (Geschenke, ja. So viel.)

Auf Nachfrage antworte ich gern, was gläubige Menschen in dieser Zeit feiern, aber ich kann und will das nicht hervorheben, den fehlenden nötigen Ernst mache ich durch Vorurteile wett. Ich kann meinen Kindern nicht glaubhaft versichern, daß Religion etwas Wichtiges und Richtiges ist, wenn ich das selbst für mich nicht so sehe. Und wer bin ich, mich dann zweimal im Jahr, an Ostern und an Weihnachten, hinzustellen und ihnen wunder weiß welche Lektionen zu erteilen. Und ich werde meinem Vierjährigen nicht erzählen, daß Jesus für uns am Kreuz gestorben ist, wenn ich das für Mumpitz halte. Der bereits schulpflichtige Teil meiner Nachkommen besucht den Religionsunterricht, weil sie das dort auf die richtige Weise vermittelt bekommen. Und wenn sie gläubig werden und sein wollen, ja nun, so liberal muss ich dann wohl sein, aber in meinem Leben findet das nun mal nicht statt und ich finde das gut so.

Und wie ich die Krippe rechtfertige, die hier im Dezember wieder aufbauen werde, das erzähle ich vielleicht zu gegebenem Zeitpunkt.



Mittwoch, 12. März 2014

Midlife Crisis for the win!

Letztes Jahr war ich auf einem Festival und habe dafür viel Spott geerntet. Dieses Jahr möchte ich wieder auf eins gehen, oder sogar zwei? Und wieder werde ich Spott dafür ernten. Was ich alte Kuh denn zwischen den Halbgaren zu suchen hätte, das wäre nichts für jemanden in meinem Alter und überhaupt sei das doch wohl vorbei.

Dann ertappte ich mich tatsächlich dabei, darüber nachzudenken, ob die denn alle recht hätten. Und kam zu dem Schluss: Nein.

Ganz leicht ist die Sache mit dem "zwischen den ganzen Jugendlichen" auszuhebeln: Das ist nämlich nicht der Fall. Natürlich ist die Zahl der Frischvolljährigen enorm hoch, aber ich war nicht die Älteste. Nich mal ungefähr, nicht mal im Ansatz! Und das junge Gemüse stört mich nicht. Was mich aber enorm stört, ist die Tatsache, daß (vorwiegend kinderlose) Freunde sich darüber mokieren, daß ich für sowas ja schließlich in meinen Zwanzigern Zeit gehabt hätte. Ich muss euch enttäuschen, die hatte ich nicht. In meinen Zwanzigern war ich mit Elternabenden und Fieberzäpfchengeben beschäftigt, da blieb für sowas keine Zeit.

Ja, machst du das denn jetzt nicht mehr? Doch, natürlich! Der größte Teil meines Lebens besteht aus Haushalt, Hausaufgabenbetreuung, Kinderbelustigung, Elternabenden und -beirat und solch glamourösen Beschäftigungen wie das Ausrichten von Kindergeburtstagen, und auch, wenn jetzt alle Vollblutmütter die Luft scharf einziehen, das macht mich nicht besonders glücklich, die Kinderbelustigung und die Geburtstage vielleicht mal ausgenommen. Im Unterschied zu damals mach ich das jetzt aber nicht mehr allein, sondern habe einen Partner, der das zum Einen mit mir gemeinsam macht und zum Zweiten nicht unwesentlich dazu beiträgt, daß das Ende des Geldes nicht grundsätzlich auf die Monatsmitte fällt.

Wenn ich also jetzt die Dinge mache, die ich mir in meinen Zwanzigern weder leisten noch erlauben konnte, ist das für mein Empfinden keine Midlife Crisis. Eine Midlife Crisis fußt auf  Unzufriedenheit. Unzufrieden bin ich aber nicht. Wenn sie mich trotzdem mit Mitte Dreißig in der Mitte meines Lebens und der daraus resultierenden Krise wähnen, dann sei es eben so. Ich bin lediglich der Meinung, daß ich mich trotz meines Alters nicht so verhalten muss, als würde morgen schon der Herbst des Lebens anbrechen und plane, dies weiterhin zu praktizieren. Meine Kinder machen mich zu einer Mutter, mein Alter zu einer Erwachsenen. Nichts davon macht mich zu einer Person, die "ihre Zeit hinter sich" hat und MEnschen, die ihr Leben so empfinden, tun mir aufrichtig leid.

Abgesehen davon bin ich meinen Kindern sowieso peinlich, dann kann ich auch machen, was mir gefällt.

Montag, 17. Februar 2014

Ein Beruf stirbt

Das klingt dramatisch und ist es auch, wie ich finde. Die meisten werden sicherlich schon mitbekommen haben, daß es für freiberufliche Hebammen bald keine Möglichkeit mehr gibt, sich zu versichern, aus dem an sich banalen Grund, daß keine Versicherungsgesellschaft mehr eine Haftpflichtversicherung für sie anbieten wird.

Das betrifft mich insofern nicht, als daß ich meine Kinder schon habe, aber ich möchte doch, daß meine Töchter und Schwiegertöchter to be noch die Möglichkeit haben, eine andere Wahlmöglichkeit zu haben als die Entbindung in einer Klinik mit festangestellten Hebammen.
Alle meine Kinder sind in der Klinik zur Welt gekommen, aus Überzeugung. Das ist völlig wertfrei jeglichem anderen Weg der Geburt gegenüber gemeint, für mich persönlich war das der beste Weg. Ich hatte auch nur beim Löwenherz eine Nachsorgehebamme (weil ich mich da am Tag nach der Entbindung selbst entlassen habe und mich in ein anderes Bundesland, weit weg von meinem Arzt begeben habe).
Aber: Ich habe die ersten drei in einer kleinen, lauschigen Klinik entbunden, bei der mein Gynäkologe bei der Geburt anwesend sein konnte und die mit Beleghebammen arbeiten. Diese Möglichkeit wird nicht mehr gegeben sein, ebenso werden Hausgeburten, Entbindungen im Geburtshaus sowie die Vor- und Nachsorge durch die Hebamme wegfallen.

Ganz kurz, falls sich jemand noch nicht damit befasst hat: Eine Hebamme darf eine natürliche Geburt ohne Arzt begleiten, ein Arzt jedoch ohne Hebamme nicht (bzw. nur im Notfall, aber wenn's brennt, macht das ja auch ein Taxifahrer). Ein Arzt darf aber, im Gegensatz zur Hebamme, einen Kaiserschnitt durchführen, die Zahlen der letzten Jahre sind hier ja eindeutig. Ein Kaiserschnitt ist lukrativer, planbarer und ganz nebenbei auch versicherungstechnisch praktischer (für die Klinik, nicht für die Mutter oder das Kind).

Sieht man sich jetzt die Kaiserschnittrate zusammen mit dem Wegfall der Entbindungsalternativen zur Klinik an, wird klar, wohin die Reise gehen wird: Die Klinikhebamme betreut zig Geburten gleichzeitig (wenn's blöd läuft, und das tut es oft), kann nicht allen gerecht werden, also wird ein Kaiserschnitt wahrscheinlicher und in Summe noch häufiger. Die medizinische Aufdröselei könnte ich auch noch anreißen, das würde aber zu weit führen und da kennen sich andere besser aus. Was ich sagen kann: Das ist alles riesengroßer Mist!

parapluies sammelt hier Erfahrungsberichte zu verschiedensten Geburten, die geneigte Mama, Mama-to-be, Oma, der Papa und alle anderen, die das nicht so hinnehmen wollen, können hier ihrer Stimme ein Gewicht geben.

Danke.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Die Freiheit, es allen recht zu machen

Frau Mutti hat heute hier ihre Gedanken zum Thema "Schwanger- und Mutterschaft in Zeiten des Internets" kundgetan und ich verweise darauf, weil ich es unter keinen Umständen besser schreiben könnte.

Seit ich in Elternzeit bin (im Januar sind es zwei Jahre, da wird die eine Hälfte der LeserInnen schon hörbar die Luft einsaugen), wird mein kümmerliches Dasein gerne mit Bemerkungen wie "Nur Hausfrau", "reicht dir das denn?" und dergleichen kommentiert. Besonders im Ohr geblieben ist mir das Gespräch mit einer guten Freundin, die vom Gesprächseinstieg "Du wirst aber nicht die nächsten Jahre zuhause bleiben" nur eine Antwort von mir (nämlich "nein, nicht Jahre") brauchte, um bei einem halb entrüsteten "Wie willst du das denn machen? Das ist doch total unrealistisch" zu landen.

Mir bleibt da nur folgende kernige Bemerkung: Ich werde noch in diesem Jahr von "Du arbeitest GAR NICHT?" zu "Wie kannst du deine Kinder nur so vernachlässigen?" wechseln. Machen Sie damit, was sie wollen, aber solange es kein Crowdfunding zur Stabilisierung meiner Rentenlage ist, behalten sie es für sich.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

20 facts about me

Es hat mich keiner gefragt, aber wer immer wartet, hat ja auch nix davon. Also los:

1. Ich habe keinen Kleidungsstil. Klamotten sind für mich bestenfalls Verkleidung, deshalb mag ich es total, als Suburb-Elternbeirätin aufzutreten und am nächsten Tag auszusehen wie nach drei Tagen Wacken. Früher hab ich die Freitagabende gern in einem Metal-Gothic-Schuppen verbracht und bin da am liebsten im hellblauen Blüschen aufgelaufen. Merkt man wenigstens, daß ich da bin.

2. Ohne Kaffee bin ich nicht benutzbar. Eine direkt nach dem Aufstehen (am liebsten schon im Liegen, dafür sorgt der Hase manchmal und erntet Lob), die zweite, sobald ich Zeit habe und die dritte, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Danach geht es langsam. Als der Wummel unterwegs war, hab ich keinen Kaffee vertragen und hatte tagelang strenge Kopfschmerzen vom Entzug.

3. Ich mag keine Karotten, weil ich als kleines Kind eine Nacktschnecke (mit Hörnern!) im Garten gefunden habe und die Dosenkarotten beim Mittagessen dafür gehalten habe.

4. Ursprünglich hab ich kein Kind geplant. Die Kronprinzessin war eine Überraschung, sollte aber kein Einzelkind bleiben. Der Hase wollte dann noch ein eigenes Kind und wir beide dann noch eins obendrauf. Jetzt fände ich ein Leben ohne das Getümmel furchtbar langweilig.

5. Mit am Besten entspannen kann ich beim Backen.

6. Ich habe eine Rotorenphobie. Bei einer Hubschraubervorführung hab ich die Kronprinzessin mal stehen lassen und hab mich hinter einem Zaun in "Sicherheit" gebracht. Jeder Hubschrauber hat mich panisch werden lassen (ich erwarte außer Kontrolle geratene Fluggeräte und abgetrennte Körperteile, sehr unappetitlich also) und selbst in Filmen konnte ich keine sehen. Das ist besser geworden, seit das Löwenherz mit einem unterwegs war (was seltsam ist, weil ich das selbst nicht gesehen habe, aber psychologisch war's wohl hilfreich), aber einen in Schräglage kann ich immer noch nicht vertragen und ein Ventilator kommt mir auch nienienie in's Haus.

7. Ich glaube daran, daß es für jeden Menschen nicht nur eine Person gibt, mit der sie glücklich werden kann. Das klingt unromantisch, ist es aber nicht, weil ich mir meinen Mann ja trotzdem ausgesucht hab. Außerdem entspannt es bei Trennungen ungemein.

8.  Ich bin unglaublich faul. Deshalb organisiere ich gern, weil ich dann weniger Arbeit habe. Klappt so mittel.

9. Alkohol vertrage ich nicht gut, ich kriege Kater aus der Hölle. Was mich dummerweise nicht abhält.

10. Tanzen kann ich auch nicht, hält mich aber auch nicht ab. Ich zitiere Casper: "Wenn schon scheiße tanzen, dann so, dass die ganze Welt es sieht."

11. Vor Jahren hab ich mal in einem CallCenter gearbeitet. Das war schlecht für's Ego und bis heute bin ich ausgesprochen nett, wenn mal einer anruft.

12. Jahrelang hatte ich keinen Fernsehanschluss und hab ausschließlich DVDs geschaut. Das würde ich heute immer noch machen, aber der Hase wäre unzufrieden, das bringt ja dann auch nichts.

13. Ich hab eine Standardgesichtsbemalung, die ich immer mache und ohne die ich auch nicht aus dem Haus gehe, aber diese flächendeckenden Make-up-Puder-Rouge-wasauchimmer-Arbeiten krieg ich nicht hin.

14.  Wenn ich was Neues entdecke, will ich sofort der Pro werden. Wenn es gut läuft, bleibt es bei der Anschaffung von Literatur (diverse Handarbeiten, Wein, Fotographie). Wenn es schlecht läuft (und das tut es meistens), habe ich schon Unsummen für Equipment ausgegeben, bis ich merke, daß es doch nicht meins ist. Hier stehen immer noch kistenweise Glasperlen etc, weil ich vor Äonen mal der Ansicht war, ich müsste jetzt Schmuck selbst machen und das macht ja sowieso nur Spaß, wenn man gleich das richtige Werkzeug und so hat. Gebaut hab ich kein einziges Stück und der Kram staubt fröhlich vor sich hin. Ich bin die Königin der Strohfeuer! Wenigstens die Papiersache verfolge ich nach wie vor, dummerweise hört es da mit dem Equipment nie auf.

15. Finde ich einen Schauspieler toll, ziehe ich mir schnellstmöglich das Gesamtwerk rein, auch die verzichtbaren Frühwerke. Der Hase jammert heute noch über Dark Harbour, den er sich wegen Norman Reedus (den ich übrigens für einen der heißesten Männer überhaupt halte, zugegebenermaßen aber nicht in diesem Machwerk) anschauen musste.

16. Schokolade hin oder her, kulinarisch machen mich Ofenkäse und Sushi am glücklichsten.

17. Ich bin schon seit Vivasion Fan von Stefan Raab. Also schon immer und vermutlich auch für immer. Und für alle, denen nun schockiert der Atem stockt: In meiner Familie und meinem Freundeskreis steh ich damit ziemlich alleine da. Aber das macht nichts, ist wie mit dem Tanzen. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen!

18. In Gruppen fühle ich mich selten zugehörig. Ich bin immer ein bisschen außen vor, auch wenn das auf Andere gar nicht so wirkt. Als Kind war ich davon überzeugt, adoptiert zu sein und in der Schule fiel mir erst Anfang der Oberstufe auf, daß ich ja gar nicht so unbeliebt bin, wie ich immer dachte. Bis heute bin ich alles Andere als schüchtern, man soll schon merken, daß ich da bin und ich bin auch wirklich gesellig, aber am liebsten treffe ich mich mit Leuten zu zweit, da geht es mir nämlich nicht so.

19. Falls Sie sich fragen, warum im Supermarkt schon ab September Lebkuchen und Spekulatius liegen: Die liegen da für mich.

20. Mit das Unhöflichste überhaupt ist für mich unangekündigter Besuch. Ich bin nämlich nicht besonders ordentlich (siehe auch Punkt 8) und brauche grundsätzlich Vorlaufzeit, um unser Haus in einen halbwegs repräsentativen Zustand zu versetzen.