Die Kronprinzessin war ja nun schon mehrfach schwer beleidigt, weil ich sie zu Konzerten nicht mitgenommen habe. Da hatte ich aber schon immer Gründe; zu einem rumpeligen Clubkonzert, bei dem mit Gerangel zu rechnen ist, muss ich eine Dreizehnjährige nicht mitschleppen.
Gestern hab ich sie aber mitgenommen, Hip Hop Open klang vergleichsweise relaxt, war mit einem Tag auch überschaubar und war wohl unsere letzte Chance dieses Jahr nochmal Casper live zu sehen.
Mit dem Zug nach Stuttgart ist ja so gar kein Thema, und weil Mama weiß, was Teenies wollen, haben wir einen kleinen Überraschungsabstecher zu Dunkin' Donuts gemacht und das Kind mit süßem Gelatsche versorgt. Wir waren dann immer noch rechtzeitig zu den Orsons auf dem Gelände (zu denen ich ein "Wieso hast du mir nicht erzählt, daß die so cool sind?" kassiert habe, aber daß sie mir jegliche Ahnung in allen Lebensbereichen abspricht, ist ja bekannt) und haben uns danach noch ein paar Auftritte angeguckt, uns durch die Fressmeile gefuttert und uns beizeiten nach vorne durchgedrängelt. Das Kind wollte dringend ganzganz vor, also sind wir bei Nas schon am Eingang zum Front-of-stage-Bereich rumgelungert und irgendwann mit reingerutscht.
In meinem biblischen Alter hab ich ja schon etliche Konzerte aus verschiedensten Genres gesehen, aber ich kann an einer Hand abzählen, wer live in einer Liga mit Casper spielt. Ich behaupte, daß das nichts ist, was man lernen kann, dieses Spiel mit dem Publikum muss man mitbringen. Im Vorfeld wurde ja viel genölt, wieso nicht Nas der Headliner ist, der sei doch viel bekannter und Ami auch und überhaupt so real. Oder so. Ich denke, daß man damit dem Herrn damit keinen Gefallen getan hätte. Nach dem phänomenalen Auftritt mit richtiger Band (ich bin ja eher ein Rockkind, mit einem Hampelmann und einem DJ hab ich's eher nicht so) mit Feuerwerk und Ausflippen, kann man als Ein-Mann-Erzähler imho nur verlieren.
Während ich damals als Begleitperson bei Justin Bieber übrigens noch in entsetzte Augen geschaut habe ("Mama, die gucken schon!"), war ich gestern doch angetan, daß mein Kind ordentlich mitgefeiert hat. Überrascht war ich erst nach dem Konzert, mit Schluchzen und Tränen hab ich nicht gerechnet, aber mit Dreizehn kann einen das schon mal mitnehmen. Also: Ich nehm sie wieder mit. Und Taschentücher.
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Sonntag, 6. Juli 2014
Freitag, 23. Mai 2014
One step further
Am Sonntag also Aufnahme in der Klinik.
Das Löwenherz war mäßig begeistert, als der Papa ging und langsam klar wurde, daß das mit dem Übernachten kein mauer Scherz gewesen war. War aber alles machbar, wenn man in Kauf nimmt, daß die Nachtschwester einen anmeckert. (Das Kind mit in meinem Bett ist zu gefährlich, habta gewusst?)
Sogar die Sache mit dem letzten Termin (14 Uhr. Vierzehn!) ging glimpflich ab, ein Kaba zum Frühstück und Apfelschorle bis zwölf vorher reichen tatsächlich aus, wenn man danach direkt ein Schläfchen hält.
Bis in den Vorraum durfte ich das dicke Baby tragen, von dort aus konnten wir schon mal das Labor inspizieren. Der Scheißegalsaft ist unser Freund, die Geschichte über das "Raketenbett" hat total gezogen. "WOW! Baby da hui?" wollte er wissen, ob er sich da dreht; der Rotationsröntgenbogen sieht zugegebenermaßen ausgesprochen vielversprechend aus.
Natürlich ging das Ganze länger als geplant, natürlich war ich reichlich nervös, jedoch nicht annähernd so nervös wie der Papa, als die Klinik bei ihm angerufen hat. Mich hat man nicht gefunden, ich saß aber auch nahezu unerreichbar im Löwenherzschen Zimmer auf Station, kann ja keiner mit rechnen.
Der Verlauf war schlicht bombig, es gab diesmal nicht den Hauch einer Komplikation, weswegen uns der Stationsarzt, von dem ich ohnehin schon Fan war (ältere Geschichte; dem Baby helfen, Ruhe ausstrahlen UND erklären, ohne herablassend zu wirken. Es kann so einfach sein), einen Tag unter par entlassen hat, weil kein Fieber trotz Einsatz von Fremdmaterial. Vielleicht war er auch darauf erpicht, daß keine Feuerwehrautos mehr mit vollem Stimmbandeinsatz über den Flur geschossen werden, aber wir sind da ergebnisorientiert.
Jetzt also zuhause bis Spätsommer, dann der nächste große Schritt. Aber erstmal zuhause.
Das Löwenherz war mäßig begeistert, als der Papa ging und langsam klar wurde, daß das mit dem Übernachten kein mauer Scherz gewesen war. War aber alles machbar, wenn man in Kauf nimmt, daß die Nachtschwester einen anmeckert. (Das Kind mit in meinem Bett ist zu gefährlich, habta gewusst?)
Sogar die Sache mit dem letzten Termin (14 Uhr. Vierzehn!) ging glimpflich ab, ein Kaba zum Frühstück und Apfelschorle bis zwölf vorher reichen tatsächlich aus, wenn man danach direkt ein Schläfchen hält.
Bis in den Vorraum durfte ich das dicke Baby tragen, von dort aus konnten wir schon mal das Labor inspizieren. Der Scheißegalsaft ist unser Freund, die Geschichte über das "Raketenbett" hat total gezogen. "WOW! Baby da hui?" wollte er wissen, ob er sich da dreht; der Rotationsröntgenbogen sieht zugegebenermaßen ausgesprochen vielversprechend aus.
Natürlich ging das Ganze länger als geplant, natürlich war ich reichlich nervös, jedoch nicht annähernd so nervös wie der Papa, als die Klinik bei ihm angerufen hat. Mich hat man nicht gefunden, ich saß aber auch nahezu unerreichbar im Löwenherzschen Zimmer auf Station, kann ja keiner mit rechnen.
Der Verlauf war schlicht bombig, es gab diesmal nicht den Hauch einer Komplikation, weswegen uns der Stationsarzt, von dem ich ohnehin schon Fan war (ältere Geschichte; dem Baby helfen, Ruhe ausstrahlen UND erklären, ohne herablassend zu wirken. Es kann so einfach sein), einen Tag unter par entlassen hat, weil kein Fieber trotz Einsatz von Fremdmaterial. Vielleicht war er auch darauf erpicht, daß keine Feuerwehrautos mehr mit vollem Stimmbandeinsatz über den Flur geschossen werden, aber wir sind da ergebnisorientiert.
Jetzt also zuhause bis Spätsommer, dann der nächste große Schritt. Aber erstmal zuhause.
Freitag, 9. Mai 2014
Trommenwirbel: Die Heimfahrt
Hatte ich ja gestern schon versprochen, den Sonntag zu rekapitulieren.
Erstmal hat der Hotelfernseher nicht wie vereinbart geweckt; Duschen, Zurechtmachen und Packen geht in 14 Minuten so bedingt. Daß in der Lobby ein ganzer Schwung frühstückshungriger Begleiterinnen saß, hat den Druck auch einen Fatz erhöht, da kann man schon mal hektisch werden. Die haben aber alle nett gewartet (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!), wir gingen brunchen und bis Mittag tröpfelten die Damen einzeln zum Bahnhof.
Der Fernbus fährt ja an anderer Stelle ab, da kam ich aber komplikationslos an und konnte sogar noch eine Weile in der Sonne rumstehen. Die erste Etappe hab ich komplett gelesen, in Mainz wurde dann eine "etwas längere Pause" angekündigt, Weiterfahrt um 17:55 Uhr. Blick auf die Anzeige im Bus: 16:40 Uhr, da wurderte ich mich zwar, aber da gibt es ja auch immer diese Pausen, die die Fahrer einhalten müssen, und rund eine Stunde kann man am Mainzer Hauptbahnhof schon totschlagen: Zuhause anrufen, Kaffee kaufen, Mitbringsel aussuchen usw. Also hab ich ganz abgeklärt, weil ich kenne mich ja aus, die paar Meter zum Hauptbahnhof aufgemacht, der aber überraschenderweise gar nicht so unglaublich viel hergibt, also hab ich mich gegen zwanzig nach fünf wieder rausgesetzt und auf den Bus gewartet. Der nicht kam. Irgendwann wurde ich slightly unruhig und schaute auf den Plan. Stimmt alles, Abfahrt 17:55 Uhr wie angekündigt, also alles schicki.
Was ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon hätte merken müssen, war, daß es eigentlich schon 18:30 Uhr war, denn die Uhr im Bus ging eine Stunde nach. Sprich: Die merkwürdig lange Pause hatte eigentlich nur 15 Minuten gedauert, sprich: Ich stand mit einer marginalen Restakkulaufzeit am Mainzer Hauptbahnhof und mein Gepäck war unterwegs nach Karlsruhe. Dieses Gefühl, wenn einem das komplette Blut vom Hirn in die Füße rauscht und man hofft, daß es nur das Blut ist, muss ich nun auch nicht permanent haben, ich war tatsächlich etwas unentspannt.
Meine erste Amtshandlung als Busbrüchige war ein Anruf beim Hasen, um ihn darüber in Kenntnis zu setzen, daß ich wohl etwas später als geplant zuhause aufschlagen würde. An der Stelle offenbart sich nun das Geheimnis der korrekten Partnerwahl. Der Hase fragte nach ("Habe ich das richtig verstanden, du hast WAS gemacht?"), lachte schallend (und ein bisschen zu lang, um noch als höflich zu gelten) und machte dann einen Schlachtplan: Er fuhr nach Karlsruhe, um in dem fünfminütigen Halt dort dem Busfahrer mein Gepäck abzuschwatzen, ich nahm den nächsten Zug nach Stuttgart. Die komplette Fahrt über saß ich hochnervös und mit der festen Überzeugung, im falschen Zug zu sitzen, auf meinem Platz, es konnte ja keiner wissen, wozu ich noch fähig sein würde. Immerhin konnte der Hase einen Erfolg vermelden, bis auf mein Buch hat er mein komplettes Gepäck bekommen. Geholfen haben ihm eine kleine Begebenheit, die sich auf der Fahrt abgespielt hatte, eine Information, die nur ein Mitfahrer haben konnte und das sichere Mitleid des Busfahrers ob der Tatsache, daß er mit einer so saudämlichen Ehefrau gestraft ist.
Wie auch immer, ich konnte in Stuttgart in drei Minuten umsteigen (man ist ohne Gepäck deutlich wendiger) und am Heimatbahnhof wurde ich mit einem Döner empfangen, ich hätte ja inzwischen sicher Hunger. Letzten Endes war dann alles gut, und die matten Witze auf meine Kosten werden bestimmt auch aufhören. Irgendwann. So 2028.
Erstmal hat der Hotelfernseher nicht wie vereinbart geweckt; Duschen, Zurechtmachen und Packen geht in 14 Minuten so bedingt. Daß in der Lobby ein ganzer Schwung frühstückshungriger Begleiterinnen saß, hat den Druck auch einen Fatz erhöht, da kann man schon mal hektisch werden. Die haben aber alle nett gewartet (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!), wir gingen brunchen und bis Mittag tröpfelten die Damen einzeln zum Bahnhof.
Der Fernbus fährt ja an anderer Stelle ab, da kam ich aber komplikationslos an und konnte sogar noch eine Weile in der Sonne rumstehen. Die erste Etappe hab ich komplett gelesen, in Mainz wurde dann eine "etwas längere Pause" angekündigt, Weiterfahrt um 17:55 Uhr. Blick auf die Anzeige im Bus: 16:40 Uhr, da wurderte ich mich zwar, aber da gibt es ja auch immer diese Pausen, die die Fahrer einhalten müssen, und rund eine Stunde kann man am Mainzer Hauptbahnhof schon totschlagen: Zuhause anrufen, Kaffee kaufen, Mitbringsel aussuchen usw. Also hab ich ganz abgeklärt, weil ich kenne mich ja aus, die paar Meter zum Hauptbahnhof aufgemacht, der aber überraschenderweise gar nicht so unglaublich viel hergibt, also hab ich mich gegen zwanzig nach fünf wieder rausgesetzt und auf den Bus gewartet. Der nicht kam. Irgendwann wurde ich slightly unruhig und schaute auf den Plan. Stimmt alles, Abfahrt 17:55 Uhr wie angekündigt, also alles schicki.
Was ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon hätte merken müssen, war, daß es eigentlich schon 18:30 Uhr war, denn die Uhr im Bus ging eine Stunde nach. Sprich: Die merkwürdig lange Pause hatte eigentlich nur 15 Minuten gedauert, sprich: Ich stand mit einer marginalen Restakkulaufzeit am Mainzer Hauptbahnhof und mein Gepäck war unterwegs nach Karlsruhe. Dieses Gefühl, wenn einem das komplette Blut vom Hirn in die Füße rauscht und man hofft, daß es nur das Blut ist, muss ich nun auch nicht permanent haben, ich war tatsächlich etwas unentspannt.
Meine erste Amtshandlung als Busbrüchige war ein Anruf beim Hasen, um ihn darüber in Kenntnis zu setzen, daß ich wohl etwas später als geplant zuhause aufschlagen würde. An der Stelle offenbart sich nun das Geheimnis der korrekten Partnerwahl. Der Hase fragte nach ("Habe ich das richtig verstanden, du hast WAS gemacht?"), lachte schallend (und ein bisschen zu lang, um noch als höflich zu gelten) und machte dann einen Schlachtplan: Er fuhr nach Karlsruhe, um in dem fünfminütigen Halt dort dem Busfahrer mein Gepäck abzuschwatzen, ich nahm den nächsten Zug nach Stuttgart. Die komplette Fahrt über saß ich hochnervös und mit der festen Überzeugung, im falschen Zug zu sitzen, auf meinem Platz, es konnte ja keiner wissen, wozu ich noch fähig sein würde. Immerhin konnte der Hase einen Erfolg vermelden, bis auf mein Buch hat er mein komplettes Gepäck bekommen. Geholfen haben ihm eine kleine Begebenheit, die sich auf der Fahrt abgespielt hatte, eine Information, die nur ein Mitfahrer haben konnte und das sichere Mitleid des Busfahrers ob der Tatsache, daß er mit einer so saudämlichen Ehefrau gestraft ist.
Wie auch immer, ich konnte in Stuttgart in drei Minuten umsteigen (man ist ohne Gepäck deutlich wendiger) und am Heimatbahnhof wurde ich mit einem Döner empfangen, ich hätte ja inzwischen sicher Hunger. Letzten Endes war dann alles gut, und die matten Witze auf meine Kosten werden bestimmt auch aufhören. Irgendwann. So 2028.
Dienstag, 6. Mai 2014
Kölle ohne Alaaf!
Dieses Wochenende war ein schrecklich aufregendes, ich bin ohne Mann und Kinder nach Köln gefahren, um mich dort mit einem ganzen Schwung Damen zu treffen.
Ganz hipstermäßig bin ich mit einem Fernbus gefahren, zum Einen, weil ich das gern mal ausprobieren wollte und zum Anderen, weil es tatsächlich unschlagbar günstig ist, wenn die Alternative ein Zug wäre. Mitfahrgelegenheit hab ich auch mal ausprobiert (vor Jahren!), hat damals auch sehr gut geklappt und war nett, aber ich hätte trotzdem Muffe, daß es total ätzend ist, weil man sich nicht versteht.
Bus klappte gut, nachdem ich bei erster Gelegenheit den Sitzplatz vor der Toilette zugunsten der Beinfreiheit getauscht habe. Hotel war zweckmäßig, aber modern ("die luftige Freiheit ihres begehbaren Kleiderschranks" fand ich zwar eine ziemlich hochtrabende Beschreibung eines Regals, aber ich bin ja auch nicht so der Globetrotter, vielleicht muss das ja so).
Freitag waren wir im noch etwas kleineren Kreis gemütlich Sushi essen, Samstag ging es nach einer Stippvisite im Schokoladenmuseum (resp. nur dem Laden) Mittagessen im Brauhaus, man muss ja auch mal einen Köbes gesehen haben. Danach ein bisschen Alibi-Kultur mit Dom- und Stadtführung. In der Schulzeit, das muss so neunte Klasse gewesen sein, wurde ich schon mal durch dem Dom gezogen, fand das damals aber eher so semiinteressant, alte Kirche eben. Mit Führung war das schon deutlich spannender; ich mag Leute, denen man anmerkt, daß sie ihren Job gerne machen, und einer Kunsthistorikerin zuzuhören, die sich durch das Gemäuer scherzt, hat wirklich Spaß gemacht, und zu so einer Städtereise gehört das imho einfach dazu, daß man sich was anguckt.
Nach dem Abendessen hab ich mich abgesetzt, um mir diesen Herrn anzuschauen, und zwar ganz allein. Also, das Stollwerck war ausverkauft, aber ich war ohne Begleitung da und war tatsächlich ein bisschen verkrampft, so ganz ohne Wingman. Das letzte (und bis dahin einzige) Konzert alleine ist satte 20 Jahre her, 1994 wollte schon mal keiner mit mir zu einem Konzert, noch nicht mal für lau.
Aber es ging, ich fand es fantastisch und bin sehr, sehr froh, es nicht verpasst zu haben.
Und wie ich Sonntag meine Heimfahrt verhunzt habe, das schreib ich vielleicht morgen. Das ist zwar peinlich und mich werden allezu Recht für blöd halten, aber die Geschichte ist so unglaublich dämlich, das darf ich eigentlich nicht für mich behalten.
Ganz hipstermäßig bin ich mit einem Fernbus gefahren, zum Einen, weil ich das gern mal ausprobieren wollte und zum Anderen, weil es tatsächlich unschlagbar günstig ist, wenn die Alternative ein Zug wäre. Mitfahrgelegenheit hab ich auch mal ausprobiert (vor Jahren!), hat damals auch sehr gut geklappt und war nett, aber ich hätte trotzdem Muffe, daß es total ätzend ist, weil man sich nicht versteht.
Bus klappte gut, nachdem ich bei erster Gelegenheit den Sitzplatz vor der Toilette zugunsten der Beinfreiheit getauscht habe. Hotel war zweckmäßig, aber modern ("die luftige Freiheit ihres begehbaren Kleiderschranks" fand ich zwar eine ziemlich hochtrabende Beschreibung eines Regals, aber ich bin ja auch nicht so der Globetrotter, vielleicht muss das ja so).
Freitag waren wir im noch etwas kleineren Kreis gemütlich Sushi essen, Samstag ging es nach einer Stippvisite im Schokoladenmuseum (resp. nur dem Laden) Mittagessen im Brauhaus, man muss ja auch mal einen Köbes gesehen haben. Danach ein bisschen Alibi-Kultur mit Dom- und Stadtführung. In der Schulzeit, das muss so neunte Klasse gewesen sein, wurde ich schon mal durch dem Dom gezogen, fand das damals aber eher so semiinteressant, alte Kirche eben. Mit Führung war das schon deutlich spannender; ich mag Leute, denen man anmerkt, daß sie ihren Job gerne machen, und einer Kunsthistorikerin zuzuhören, die sich durch das Gemäuer scherzt, hat wirklich Spaß gemacht, und zu so einer Städtereise gehört das imho einfach dazu, daß man sich was anguckt.
Nach dem Abendessen hab ich mich abgesetzt, um mir diesen Herrn anzuschauen, und zwar ganz allein. Also, das Stollwerck war ausverkauft, aber ich war ohne Begleitung da und war tatsächlich ein bisschen verkrampft, so ganz ohne Wingman. Das letzte (und bis dahin einzige) Konzert alleine ist satte 20 Jahre her, 1994 wollte schon mal keiner mit mir zu einem Konzert, noch nicht mal für lau.
Aber es ging, ich fand es fantastisch und bin sehr, sehr froh, es nicht verpasst zu haben.
Und wie ich Sonntag meine Heimfahrt verhunzt habe, das schreib ich vielleicht morgen. Das ist zwar peinlich und mich werden alle
Montag, 7. April 2014
Von Dönern und Bahnen
Der Hase arbeitet ja auswärts, also weniger Reisetätigkeit als Job in anderem Bundesland. Zwei Tage die Woche arbeitet er dann von zuhause, auf die Tage lege ich meistens Besorgungen; warum, das merken sie gleich.
Heute musste ich einen dringenden Schrieb bei der Kinderärztin abholen, den man mir aber wegen eines durchzuziehenden Kassenkärtchens aber nicht zuschicken konnte. Der Hase ist diese Woche aber bis Mittwochabend weg und konnte nicht als Kinderempfänger dienen. Also hab ich die unteren drei Kinder auf Schule und KiTa verteilt und bin in die alte Heimat gefahren (den Kinderarzt habe ich immer noch nicht gewechselt, aus, wie ich finde, total vernünftigen Gründen, wenn man mal von einer einstündigen Anfahrt mit der S-Bahn absieht). Den Trip hab ich ganz gut kalkuliert, weil ich ein bisschen Kleinkram wie noch mehr Ostersüßkram, Shampoo und einen Döner besorgen und in Teilen vertilgen musste.Leider war ich etwas abgelenkt und der Dönermann meinte zu wissen, daß "keine Zwiebeln" automatisch "ohne scharf" bedeutet und bis ich hätte reklamieren können, war der ganze Spaß schon gerollt.
An der Haltestelle konnte ich noch einen Blick auf die S-Bahn werfen, die ich hätte nehmen sollen, aber ich war ja spitzenmäßig vorbereitet und wusste, daß ich am Bahnhof noch einen Regionalzug erwischen konnte und von dort aus bequem nach Hause kam, bis Miss E. aufschlagen würde. Aber: Weit gefehlt! Durch die ausufernden Umgrabarbeiten in der Innenstadt werden die Bahnen nämlich durch einen anderen Straßenzug geleitet, der zwar nur einen Block weiter ist, mich aber trotzdem von den üppigen zehn Minuten Umsteigezeit neun (neu-en!) gekostet hat. Mit meinem Sprint durch den Bahnhof (immerhin ohne Döner in der Hand, durch die längere Fahrt war ja zum Essen mehr als genug Zeit) habe ich nicht nur einen Blick auf den Zug erhaschen können, nein, ich durfte sogar noch den Türöffner drücken. Ergebnislos, leider. Anderes Gleis, anderer Zug zu anderem Bahnhof, um der nächsten S-Bahn den Weg abzuschneiden, die mein zweites Backup war: Ziemlich knapp, aber wenn Miss E. wie üblich trödelt, immer noch pünktlich.
Sie sehen, ich war verkehrsmitteltechnisch breit aufgestellt, das hilft aber alles nichts, wenn die Bahn auf freier Strecke aus dubiosen Gründen einfach mal eine knappe halbe Stunde stehenbleibt, mit mir und etwa siebenhundert anderen Fahrgästen in der Sonne steht und die Schokoladenostereier zu meinen Füßen langsam den Heldentod sterben.
Nun habe ich aber die beste Nachbarschaft der Welt und so konnte ich meine reizende Gegenübernachbarin (die mit dem Likörchen) bitten, mal einen Blick nach draußen zu riskieren und Miss E. Asyl zu gewähren, wenn's denn möglich wäre. Es war möglich, und so sammelte ich dann eine halbe Stunde später als verdammt knapp ein äußerst vergnügtes Mädchen bei ihr ein, daß sich mit Brezeln, Mandarinen und Eistee die nicht vorhandene Wampe vollgehauen hat. Von dem Eistee durfte ich auch noch was abhaben, bevor ich mein Kind nach Hause bugsierte, die Einkäufe ablud und den Hügel wieder runter- und den nächsten hochhirschte, um die Jungs gerade noch eben so pünktlich einzusammeln. Den Kinderärztinnenschrieb hab ich wenigstens gleich abgegeben und 75% der Kinder haben keinen Unterschied zu sonst gemerkt, also alles gut.
Einen Schlüssel braucht dieses Mädchen trotzdem langsam, solche Aktionen gehören eindeutig auf meine Murtaugh-Liste.
Heute musste ich einen dringenden Schrieb bei der Kinderärztin abholen, den man mir aber wegen eines durchzuziehenden Kassenkärtchens aber nicht zuschicken konnte. Der Hase ist diese Woche aber bis Mittwochabend weg und konnte nicht als Kinderempfänger dienen. Also hab ich die unteren drei Kinder auf Schule und KiTa verteilt und bin in die alte Heimat gefahren (den Kinderarzt habe ich immer noch nicht gewechselt, aus, wie ich finde, total vernünftigen Gründen, wenn man mal von einer einstündigen Anfahrt mit der S-Bahn absieht). Den Trip hab ich ganz gut kalkuliert, weil ich ein bisschen Kleinkram wie noch mehr Ostersüßkram, Shampoo und einen Döner besorgen und in Teilen vertilgen musste.
An der Haltestelle konnte ich noch einen Blick auf die S-Bahn werfen, die ich hätte nehmen sollen, aber ich war ja spitzenmäßig vorbereitet und wusste, daß ich am Bahnhof noch einen Regionalzug erwischen konnte und von dort aus bequem nach Hause kam, bis Miss E. aufschlagen würde. Aber: Weit gefehlt! Durch die ausufernden Umgrabarbeiten in der Innenstadt werden die Bahnen nämlich durch einen anderen Straßenzug geleitet, der zwar nur einen Block weiter ist, mich aber trotzdem von den üppigen zehn Minuten Umsteigezeit neun (neu-en!) gekostet hat. Mit meinem Sprint durch den Bahnhof (immerhin ohne Döner in der Hand, durch die längere Fahrt war ja zum Essen mehr als genug Zeit) habe ich nicht nur einen Blick auf den Zug erhaschen können, nein, ich durfte sogar noch den Türöffner drücken. Ergebnislos, leider. Anderes Gleis, anderer Zug zu anderem Bahnhof, um der nächsten S-Bahn den Weg abzuschneiden, die mein zweites Backup war: Ziemlich knapp, aber wenn Miss E. wie üblich trödelt, immer noch pünktlich.
Sie sehen, ich war verkehrsmitteltechnisch breit aufgestellt, das hilft aber alles nichts, wenn die Bahn auf freier Strecke aus dubiosen Gründen einfach mal eine knappe halbe Stunde stehenbleibt, mit mir und etwa siebenhundert anderen Fahrgästen in der Sonne steht und die Schokoladenostereier zu meinen Füßen langsam den Heldentod sterben.
Nun habe ich aber die beste Nachbarschaft der Welt und so konnte ich meine reizende Gegenübernachbarin (die mit dem Likörchen) bitten, mal einen Blick nach draußen zu riskieren und Miss E. Asyl zu gewähren, wenn's denn möglich wäre. Es war möglich, und so sammelte ich dann eine halbe Stunde später als verdammt knapp ein äußerst vergnügtes Mädchen bei ihr ein, daß sich mit Brezeln, Mandarinen und Eistee die nicht vorhandene Wampe vollgehauen hat. Von dem Eistee durfte ich auch noch was abhaben, bevor ich mein Kind nach Hause bugsierte, die Einkäufe ablud und den Hügel wieder runter- und den nächsten hochhirschte, um die Jungs gerade noch eben so pünktlich einzusammeln. Den Kinderärztinnenschrieb hab ich wenigstens gleich abgegeben und 75% der Kinder haben keinen Unterschied zu sonst gemerkt, also alles gut.
Einen Schlüssel braucht dieses Mädchen trotzdem langsam, solche Aktionen gehören eindeutig auf meine Murtaugh-Liste.
Montag, 31. März 2014
Tatütata!
Als Mama von zwei feuerwehrbekloppten Jungs war klar, daß wir dabei sein müssen, wenn in der Heimatgemeinde meiner Schwester die Freiwillige Feuerwehr zum Tag der offenen Tür lädt.
Die Kronprinzessin freute sich über einen Tag sturmfreie Bude, die drei Kleinen wurden in's Auto geladen. Und wie immer, wenn man seine Idee für den totalen Kracher hält, wurde es bestenfalls mittelmäßig.
Zumindest für das Löwenherz, der hat statt des angedachten Mittagsschläfchens im Auto nämlich die komplette Fahrt angestrengt nach "Tatütata" geschaut und war bei der Ankunft schon ziemlich muffig. Dazu noch eine fremde Umgebung, einschüchternd große Autos, war alles ein bissel viel.
Der Wummel war aber ganz im Glück, als er einen Feuerwehrschlauch halten durfte (und noch mehr im Glück, als er sich beim nach-hinten-Umdrehen in einem Rutsch eine sechsköpfige Gruppe Kinder unter Wasser setzte. Aber deshalb fährt man ja so weit, da kennt uns keiner).
Die beiden Großen durften mit dem Hasen noch 30 Meter mit der Drehleiter nach oben gurken, Miss E. saß im Feuerwehrauto Probe und das Löwenherz hatte den meisten Spaß in einem abgeliebten Plastik-Spielhaus.
Das gefühlt Beste am Tag war übrigens der pupsgewöhnliche Spielplatz, den wir auf dem Weg zum Auto entdeckt haben. Mitleid mit mir gebeutelten und mit undankbaren Kindern geschlagenem Mütterlein müssen sie jedoch nicht haben, heute Morgen waren alle drei Bombenleger rückblickend begeistert und haben davon erzählt, wie toll das war ("Tatütata rein, Papa hoch, Haus rein"!).
So kann's gehen.
Die Kronprinzessin freute sich über einen Tag sturmfreie Bude, die drei Kleinen wurden in's Auto geladen. Und wie immer, wenn man seine Idee für den totalen Kracher hält, wurde es bestenfalls mittelmäßig.
Zumindest für das Löwenherz, der hat statt des angedachten Mittagsschläfchens im Auto nämlich die komplette Fahrt angestrengt nach "Tatütata" geschaut und war bei der Ankunft schon ziemlich muffig. Dazu noch eine fremde Umgebung, einschüchternd große Autos, war alles ein bissel viel.
Der Wummel war aber ganz im Glück, als er einen Feuerwehrschlauch halten durfte (und noch mehr im Glück, als er sich beim nach-hinten-Umdrehen in einem Rutsch eine sechsköpfige Gruppe Kinder unter Wasser setzte. Aber deshalb fährt man ja so weit, da kennt uns keiner).
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| Wasser marsch! |
Die beiden Großen durften mit dem Hasen noch 30 Meter mit der Drehleiter nach oben gurken, Miss E. saß im Feuerwehrauto Probe und das Löwenherz hatte den meisten Spaß in einem abgeliebten Plastik-Spielhaus.
| Sieht man auch, regelrecht trunken vor Freude. |
Das gefühlt Beste am Tag war übrigens der pupsgewöhnliche Spielplatz, den wir auf dem Weg zum Auto entdeckt haben. Mitleid mit mir gebeutelten und mit undankbaren Kindern geschlagenem Mütterlein müssen sie jedoch nicht haben, heute Morgen waren alle drei Bombenleger rückblickend begeistert und haben davon erzählt, wie toll das war ("Tatütata rein, Papa hoch, Haus rein"!).
So kann's gehen.
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